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Burg Bernstein1199 |
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Geschichte |
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D er Name läßt sich sowohl auf die Bären
zurückführen, die in den Bernsteiner Bergen beheimatet waren,
als auch auf die alte Bernsteinstraße, die an der Burg vorbeiführt.
Als Wehranlage dürfte Bernstein auf einem Felsen im Tauchental
bereits im 9. Jahrhundert errichtet worden sein. Seit der ersten
Jahrtausendwende bestimmt die exponierte Lage an den Grenzlinien
von Österreich, Ungarn und Böhmen die wehrpolitische Bedeutung,
was an den zahllosen Machtkämpfen und Besitzwechsel abzulesen
ist.
H istorisch bezeugt ist Bernstein
erstmals als ungarische Grenzburg im 13.Jahrhundert: Nachdem der
letzte Babenbergerherzog, Friedrich der Streitbare von Österreich,
Bernstein erobert hatte, wurde er 1235/36
von König Bela IV von Ungarn besiegt und mußte die Burg
wieder abgeben. 1241 verbündete sich
Heinrich II von Güssing gegen Bela IV mit dem Böhmenkönig
Ottokar Przemysl II, und übergab ihm neben anderen Burgen
wie Güssing, Lockenhaus und Schlaining auch Bernstein. Die Burg
wurde 1277 von Johann II Ivan von
Güssing (Roter Ritter), der Sohn von Heinrich II, zurückerobert.
Bis zu seinem Tod 1308 mußte
Bernstein einige Angriffe überstehen: 1283/84
belagerte Ladislaus von Ungarn die Burg, 1285/86
ein Heer von Herzog Albrecht I von Österreich. Auch die
"Güssinger Fehde" von Johann II von Güssing
gegen Ladislaus von Ungarn überstand Bernstein
unbeschadet.
Ab 1307
hatte in Ungarn nach vielen Wirren das Haus Anjou die Macht übernommen.
Von König Karl Robert von Anjou wurden die Grafen von Güssing
1327 besiegt und Bernstein fiel
wieder an die Ungarn. Karl Roberts Sohn Ludwig I von Ungarn
erklärte Bernstein neben anderen Wehrburgen zum ungarischen
Kronbesitz und verpfändetet Bernstein 1388
an die Familie Kaniszai von Chorna. Von den Kaniszai
ist die mittelalterliche Wehranlage erneuert und mit einem runden
Wehrturm ausgerüstet worden, der heute nicht mehr existiert.
1440
wurde Bernstein von Kaiser Friedrich III erobert, als er in
die Machtkämpfe zwischen den westungarischen Grenzburgen und der
Stadt Ödenburg eingriff. In weiterer Folge konnte Bernstein
niemand mehr einnehmen. Friedrich III übergab die Burg an
die Familie Königsberg, der sie bis Mitte des 17.
Jahrhundert.s gehörte, zunächst als Pfand, nach dem Kauf 1635
als Eigentum. |
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I m 16. und 17. Jahrhundert. waren Türkenbelagerung
und Blitzschläge die stärksten Bedrohungen. Nachdem
Bernstein gegen die Türken 1532
erfolgreich verteidigt werden konnte, baute die Familie Königsberg
Bernstein bis 1590 zur sicheren
Grenzfestung aus, mit Bastionen, Wehrtürmen und starken
Wehrmauern. Bis ins 18. Jahrhundert. wurde Bernstein mehrfach
zur rettenden Fluchtburg für die Bevölkerung. Die günstige
Lage mit weitreichender Fernsicht bis in die Oststeiermark
macht Bernstein auch zu einer wichtigen Kreidfeuer-Station im
Burgenland.
D ie Stärke der Festung war kein
Schutz gegen Naturgewalten. 1536
vernichtete Blitzschlag Teile der Burg. 1617
traf ein Blitz den Pulverturm, worauf das Pulvermagazin
explodierte und die Innenburg fast zur Gänze zerstört wurde.
Im Stil der Renaissance und des Barock hat man sie wieder
aufgebaut. Mitte des 17. Jahrhundert.s kam Bernstein für rund
200 Jahre in den Besitz der Grafen von Batthyány. www.batthyany.at
Unter den Batthyánys kehrten Kunst und Kultur
vielschichtiger Art in die Burgmauern ein. Adam Graf Battyhány
veranlaßte zwischen 1645 und 1650
den Ausbau des Rittersaals. Bernstein war nicht Stammsitz der
Batthyánys, es erhielt aber zuhnemend den Charakter eines
Edellandsitzes, der noch das heutige Erscheinungsbild prägt. 1864
löste Edward O´Egan, der Verwalter (sic) von Gustav
Graf Batthyány, die Burg ab. 1892
kaufte sie die Familie Almásy von seinen Erben.
E nde des 1. Weltkriegs begann die
Familie Almásy aus wirtschaftlichen Gründen mit der
Vermietung von Zimmern. 1953
wurde Bernstein ein regulärer Hotelbetrieb. Bis heute setzen
indirekte Nachkommen der Almásy die Tradition fort.
Seit 1982 gehört die Burg
Bernstein der Familie Berger-Almásy. (Ankunft
1918)
Burg
Bernstein
heute
D em interessierten Besucher der Burg
Bernstein wird gegen Voranmeldung in der Regel eine
Besichtigung der Außenmauern geboten und ein Rundgang um die
Burg durch den Burggarten. Der Innenbereich ist ausschließlich
Gästen des Burghotels vorbehalten. Das Burghotel Bernstein präsentiert
sich als ein bewohnbares Familienmuseum mit unverwechselbarem
Charakter. Hotelgäste wohnen in nahezu orignalen Familiengemächern,
von denen jedes eine besondere Geschichte hat, eine persönliche
Ausstrahlung, ein eigenes Flair. In Bernstein ist der
Hotelgast König und seine Ruhe heilig. Das schafft Treue und
Tradition. Viele Familien aus aller Herren Länder wissen die
klaren Prinzipien des Hauses zu schätzen und kommen bereits
in dritter Generation.
D ie Gemächer haben keine Schlüssel.
Es gibt keine Zentralheizung. Sämtliche Räume sind mit
Kachelöfen ausgestattet und werden von den Gängen aus
beheizt. Auch in der Burgküche brutzeln und dampfen die
leckeren Gerichte auf holzbefeuertem Herd. Für Handymen und
Internauten ist eine Zeitreise erforderlich: Telefon und
Television findet man weder in den Hotelzimmern noch in den
Salons. Knisterndes Kaminfeuer und gemütliches Kerzenlicht
sorgen stattdessen für direkte Kommunikation. Gefrühstückt
und zu Abend gespeist wird im Renaissance Rittersaal, in dem
man Strom vergeblich sucht. Tagsüber bieten Burggarten oder
geschützte Lauben im Burghof ideale Rückzugsmöglichkeiten für
spannende Lektüre. Burgherr Alexander Berger ist ein
Hotelgast, der laut eigener Aussage nach der ersten Begnung
nicht mehr abgereist ist. Seit seiner Heirat mit Andrea
Kuefstein-Almásy 1982 ist Gästebetreuung seine Profession.
Zu den größten Leidenschaften der Burgherrin zählt die
Burgküche, die ohne Zweifel zur Wiederkehr animiert. Mit den
drei Sprößlingen Ambros, Anna und Erasmus scheint die
Erbtradition gesichert. Für die künftige Dynastie haben die
Berger-Almásy ein persönliches Wappen kreiert, das auf
hintergründigen Humor schließt: Über einer goldenen
Pflugschar kreuzen sich zwei weiße Rettiche, vielfach nützbar,
auch als Schutz gegen Burggeister. |
| Mehr über Burgen
und Schlösser: www.travelwriter.at |
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