BURG BERNSTEIN

Königreich seit


László Ede Almásy(1895-1951)


war der wichtigste ungarische Wüstenforscher, während sein Charakter im Oscar-prämiertem Film "Der englische Patient" meistens rein fiktiv ist. Der letzte österreichisch-ungarische Entdecker wurde in Borostyánkõ in Ungarn (seit 1921 als Bernstein zu Österreich gehörend) in einer Adelsfamilie ohne Anspruch auf einen Titel (Graf) geboren. Er interessierte sich bereits sehr früh für Motorsport, doch erlangte diese Begeisterung erst während seiner Schulausbildung in England einen ernsten Charakter, als er seinen erste Pilotenlizenz erwarb.


Er diente als Fliegerpionier in der Luftwaffe der österreichisch-ungarischen Monarchie und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Nach dem ersten Weltkrieg unterstützte er als Royalist den damaligen Habsburger König Karl IV zweimal bei Wiedereinsetzungsversuchen und fuhr ihn einmal sogar persönlich nach Budapest. Ab 1921 arbeitete Almásy als Vertreter für die Automobilwerke Steyr (Sitz in Graz, Österreich) im ungarischen Szombathely (Steinamanger) und gewann zahlreiche Autorennen. Er fuhr 1926 als erster Forscher mit dem Auto am Nil entlang in den Sudan und kam in den folgenden Jahren zu Aufklärungsreisen und zum Jagen wieder. Er wollte dabei auch die Widerstandsfähigkeit der Steyr-Autos demonstrieren und drang in bis dato unbekannte Bereiche der Wüste vor.


1929 fuhr er als Auftakt zu seinen jüngsten Wüstenexpeditionen mit zwei Autos vom Typ Steyr XX nach Ostafrika, in den Sudan und nach Ägypten. Der österreichische Filmemacher Rudi Mayer drehte einen Dokumentarfilm über diese 12.000 Kilometer lange und abenteuerliche Reise. Das Negativ dieses Films wurde von dessen Sohn Kurt Mayer gefunden, wiederhergestellt und dem Publikum im Jahre 1997 in Form eines 110 Minuten langen Stummfilms vorgestellt.


Dieser Dokumentarfilm ist insofern außergewöhnlich, als dass er auch authentische afrikanische Aufnahmen aus den späten zwanziger Jahren enthält, und uns den wahren Almásy als Führer seiner Expedition zeigt. Man sieht ihn als großen, schlanken ungarischen Aristokrat mit feinem Humor und besonderen Kommunikationsfähigkeiten.


Almásys Sehnsucht nach der Wüste verstärkte sich und führte in den dreißiger Jahren schließlich dazu, dass er auch andere Forscher zu überzeugen suchte, um die Geheimnisse der Libyschen Wüste zu lösen. Mit dem Auftreten moderner Transportmittel ließ sich ein interessanter Übergang in der Geschichte der Erforschung der Wüste beobachten, der zu geradezu revolutionären Veränderungen bei der Planung und Durchführung von Expeditionen führte. Almásy war ein ausgezeichneter Fahrer und Flieger und konnte diese neuen Technologien somit auf hohem Niveau anwenden. Andererseits zwang ihn der Mangel an offizieller Unterstützung dazu, finanzielle Mittel zu finden, um internationale Expeditionen ins Leben zu rufen.


1932 unternimmt Almásy zusammen mit den Engländern Sir Robert Clayton-East-Clayton, dem Oberstleutnant H.W.G.J. Penderel der königlichen Luftwaffe (Royal Air Force) und Patrick Clayton eine Expedition, um die legendäre verlorene Oase Zarzura (auch Zerzura genannt) zu finden.


Die Almásy-Clayton-Expedition im Jahre 1933 war die ersteExpedition, bei der man neben dem Auto auch ein Leichtflugzeug vom Typ de Havilland Gipsy Moth I einsetzte, um Aufklärungsflüge durchzuführen. Während eines solchen Fluges entdeckte man in der Hochebene des Gilf Kebir zwei Wadis. Patrick Clayton fand diese im folgenden Jahr im Rahmen einer Expedition wieder, als er Karten von der großen Sandsee anfertigte und dabei einen Umweg zum Gilf Kebir unternahm.

Zu dieser Zeit kam auch die junge Witwe Lady Dorothy Clayton in die Wüste, um die Arbeit Ihres Mannes zu beenden, der kurz vor dem neuen Abenteuer mit Almásy gestorben war. Sie begleitete Patrick Clayton ab Kufra bei seinem zweiten Besuch der Täler Abd-el-Malik und Hamra und kehrte dann nach Kairo zurück. Sie hatten die Oase am gleichen Tag verlassen, an dem Almásy in Kufra angekommen war...

Während der Almásy-Penderel-Expedition im Jahre 1933 fand Almásy, dem Weg folgend, der ihm durch einen alten Tebu beschrieben worden war, schließlich das dritte Tal der Oase Zarzura, Wadi Talh.

Weite Bereiche des Gilf Kebir einschließlich des Aqaba-Passes wurden erforscht.


Dr. László Kádár, später Präsident der ungarischen geographischen Gesellschaft und Geograph dieser Expedition, machte einige wichtige geomorphologische Beobachtungen.

Das wichtigste Resultat der Almásy-Expedition von 1933 war jedoch die Entdeckung der prähistorischen Felsbilder in der Region von Uweinat und im Gilf Kebir (Ain Dua, Karkur Talh, Wadi Sora).


In den folgenden Jahren führte Almásy weitere Wüstenexpeditionen, begleitete den anerkannten Orientalisten Leo Frobenius und erforschte das Gilf Kebir, die Große Sandsee und das Wadi Hauar im Sudan. Zwischenzeitlich arbeitete er in Ägypten als Fluglehrer am Flugplatz Al Maza, dessen Name jedoch nichts mit seinem eigenen Namen zu tun hat.

Da ihm nicht erlaubt wurde, weiter in Ägypten zu bleiben und zu arbeiten, kehrte er 1939 nach Ungarn zurück. In Budapest wurde er von der Deutschen Abwehr aufgespürt und als Reserveoffizier der ungarischen Luftwaffe dazu verpflichtet, dem deutschen Afrikakorps beizutreten.

1941 und 1942 diente er dem Feldmarshall Erwin Rommel als Wüstenexperte und führte geheime Missionen, einschließlich der kühnen Operation Salaam, bei der er zwei deutsche Agenten von Libyen weit hinter den Linien der Alliierten durch die Wüste nach Asyut in Ägypten führte.


Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er vom Volksgericht in Budapest festgenommen und verurteilt. Nach monatelangen Befragungen und Folterungen wurde er schließlich freigelassen, und es wurde ihm erlaubt, nach Ägypten zurückzukehren, wo er seine wissenschaftlichen Forschungen fortzusetzen gewünscht hatte.


1951, nur kurz nach seiner Ernennung zum Direktor des Instituts für Wüstenforschung in Kairo, erlag er während eines Besuchs in Europa in einem Salzburger Krankenhaus (Sanatorium Wehrle) den Folgen der Ruhr.

Dieser Text ist die Zusammenfassung einer Publikation, die im Amtsblatt der Ungarischen Geographischen Gesellschaft veröffentlicht wurde:
Dr. Török, Zsolt: "László Almásy: Der ungarische Forscher der unbekannten Sahara". Dr. Zsolt Török ist Professor für Kartographie an der Eötvös-Universität Budapest, Ungarn. Er ist ein weithin bekannter Historiker und Kartograph und beschäftigt sich bereits seit seinem 10. Lebensjahr mit Almásy, als er sein erstes Buch von Almásy las.


Török wurde in der gleichen ungarischen Stadt geboren, in der Almásy in den dreißiger Jahren lebte. Inzwischen hat er über fünfundzwanzig Jahre in der Forschung verbracht und das Leben dieser historischen Persönlichkeit auf Grundlage von Daten, Fakten und dokumentarischem Material wiederentstehen lassen.


Nachdem der Film "Der Englische Patient" in Hollywood entstanden war, gab Török der New York Times und anderen Zeitungen Interviews und trat im ungarischen und internationalen Fernsehen auf.

Török liefert mit seinem Buch Salaam Almásy über Almásy eine ungewöhnliche Biographie über eine außergewöhnliche Persönlichkeit, in der überraschende und bisher nicht publizierte Informationen zum "Englischen Patienten" bekannt gemacht werden, dessen echtes Leben mehr war, als nur ein Roman...


In: Földrajzi Közlemények, 1997, Vol. CXXI., Nr. 1-2, pp. 77 - 86.



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